Camping mit Kindern in England - Wissens - und Sehenswertes

Jennifer
von Freeontour

Camping mit Kindern in England - Wissens - und Sehenswertes

Wer mit Kindern nach England fährt oder fliegt, um dort einen Campingurlaub zu verbringen, wird dafür nicht selten schräg angeschaut.

Schließlich ist es im Süden viel wärmer und dort regnet es auch seltener, was die Möglichkeiten spontan ein Zelt aufzuschlagen und dabei trocken zu bleiben um einiges erhöht. Allerdings sind Italien, Spanien und beispielsweise Portugal eben auch etwas ganz anderes, als England – Und das nicht nur, was das Wetter, sondern auch, was die Landschaft, die Menschen und die kulinarischen Besonderheiten angeht. Ein Campingurlaub mit Kindern in England kann sich also definitiv lohnen. Zumindest, wenn man sich vorab ein wenig informiert und ein paar Dinge beachtet.

Reisen nach England und der Brexit.

Am 23. Juni 2016 wurde im Vereinigten Königreich darüber abgestimmt, ob das Land Teil der EU bleiben oder diese verlassen soll. Mehr als die Hälfte der Wähler stimmte für den Ausstieg. Der sogenannte „Brexit“ wird aus diesem Grund in Zukunft bedeutende Konsequenzen für Großbritannien und für ganz Europa haben. Die Frage, die sich viele Camper daher stellen, ist: Wird sich durch das Referendum beim Reisen und Campen in England irgendetwas ändern? Wird es gar eine Visumspflicht geben? Und werden die Preise eher steigen oder eher fallen?

Bislang kann darauf im Grunde keine eindeutige Antwort gegeben werden. Dass sich manche Dinge ändern werden ist aber gewiss. Was jetzt schon gesagt werden kann, ist, dass sich die Stimmung in Bezug auf den Brexit in England bemerkbar macht. Während viele Engländer hinter ihrer Entscheidung stehen, klagen einige Schotten über den Ausgang der Abstimmung und beschweren sich über Engländer, die sich nach ihrer Pensionierung im doch deutlich günstigeren Schottland zur Ruhe setzen. Wie auch immer – Für Touristen wird sich bis zum Ausstieg, der frühestens Anfang 2019 stattfinden wird, rechtlich nichts ändern.

Großbritannien hat jedoch nie das Schengen-Abkommen unterzeichnet. Das bedeutet, dass für die Einreise ein Personalausweis oder ein Reisepass benötigt wird. Kinder brauchen ein eigenes Ausweisdokument. Wir empfehlen einen Reise- oder Kinderpass mit Foto, da man sich so jegliche Probleme erspart.

Das Flugzeug oder die Fähre?

Je nachdem, was und wie man das Reisen bevorzugt, gibt es die Möglichkeit, in kürzester Zeit mit dem Flieger nach England zu kommen oder den deutlich längeren Seeweg mit der Fähre zu bewältigen. Wie hier schon angedeutet, ist der Vorteil des Fliegens, dass man in wenigen Stunden in England ist. Und das von überall in Deutschland aus. Allerdings empfiehlt sich die Anreise mit der Fähre für Familien in den meisten Fällen aus diversen Gründen trotzdem, obwohl natürlich mit dem Auto zunächst am besten nach Dünkirchen oder Calais in Frankreich gefahren werden und von dort nach Dover übergesetzt werden muss. Von Calais aus braucht die Fähre knapp 1,5 Stunden, von Dünkirchen aus knapp 2 Stunden. Die Fähre von Dünkirchen ist oftmals deutlich günstiger.

Zum einen ist das Benutzen der Fähre umweltfreundlicher und eigentlich auch unkomplizierter, zum anderen kann damit deutlich mehr Gepäck mitgenommen werden, da man nicht auf einen großen Koffer und ein Handgepäck pro Person angewiesen ist. Stattdessen kann auch Sondergepäck, wie Zelte, Isomatten, Schlafsäcke und vieles mehr, was eventuell beim Fliegen teuer aufgegeben werden müsste, einfach im Kofferraum des eigenen Autos verstaut werden. Noch mehr bekommt man natürlich im eigenen Wohnmobil unter, das sich dann auch noch als Schlafstätte nutzen lässt, um Geld zu sparen. Insgesamt können wir Wohnmobilreisen durch England wärmstens empfehlen, da sich das Land auf diese Weise auch wunderbar bereisen lässt. Natürlich lassen sich Wohnmobile auch in England selbst mieten. Wem die Strecke nach Frankreich also zu lang sein sollte, der kann auch fliegen und sich in England ein Wohnmobil oder einen Camper mieten.

Den Linksverkehr bewältigen

Viele Familien haben Angst davor, sich vor allem auch mit größeren Autos nach England zu wagen und dann auch noch den Linksverkehr bewältigen zu müssen. Wenn man sonst immer nur rechts fährt, ist die Unfallgefahr doch wahnsinnig groß, wenn man unaufmerksam ist. Stimmt zwar, aber wer fährt schon unaufmerksam im Urlaub mit der Familie im Auto durch England? Außerdem gewöhnt sich fast jeder Autofahrer innerhalb weniger Minuten an das Fahren auf der „falschen“ Seite, weil man dem Verkehr folgt und sich an das Verhalten der anderen schnell anpasst. Ungewohnter als das links fahren und rechts überholen kann dagegen das Schalten mit links in Rechtslenker-Mietwägen sein. Aber auch das hat man nach einer Zeit im Griff. Und beim Überholen mit dem eigenen Linkslenker-Wagen kann sich der Beifahrer als Hilfestellung nützlich machen. Kurzum: Der Linksverkehr sollte für keinen Campingfreund (nicht einmal für Fahranfänger) ein Grund sein, England nicht mit dem Auto zu erkunden.

Übrigens: Wer von der Fähre in England abfährt, wird bis nach London immer wieder von freundlichen Schildern daran erinnert, dass in England das Linksfahrgebot herrscht.

Camping bei dauerndem Regen?

Eines der großen Themen, wenn es um das Campen in Regionen geht, die eben nicht im warmen Süden liegen, ist natürlich das Wetter. Und für allzu viel Sonnenschein und Strandfeeling ist die Insel nun einmal auch nicht bekannt. Und das sollte klar sein: Wer sich gerne mit den Kindern an den Strand legt, für den ist England wohl nicht das richtige Ziel. Dennoch regnet es in England auch nicht ständig, wie es man manchmal aus diversen Berichten, Filmen oder Erzählungen hervorgehen mag. Außerdem hört es meistens so schnell auch wieder auf, zu regnen, wie es eben angefangen hat. Lange regnet es nur sehr selten. Wer spontane, kurze Regengüsse also vertragen kann, muss sich keine Gedanken machen. Und gerade in Südengland ist es so: Zwar kann sich das Wetter hier schnell ändern, mit etwas Glück genießt man aber auch einfach mehrere Tage Sonnenschein.

Wichtig ist: Bei jeglichen Ausflügen sollte die ganze Familie immer schnell eine Regenjacke parat haben. Selbst wenn der Himmel blau und wolkenfrei scheint, wenn man morgens aus dem Zelt oder Wohnmobil steigt, kann sich das innerhalb weniger Stunden ändern und man wird beim Ausflug plötzlich von einem Schauer überrascht.

Und wo wir schon beim Thema Ausflüge sind – Was gibt es in England mit Kindern eigentlich zu sehen? Und lohnt sich der Süden besonders?

Was es mit Kindern in England zu erleben gibt

Um es kurz zu machen: Ja, vor allem in Südengland gibt es mit Kindern eine Menge zu erleben, weshalb wir den Süden als das Ziel Nummer 1 in England definieren. Warum ist das so? Zum einen kommt man dort mit der Fähre oder mit dem Flugzeug (letzteres bevorzugt und am günstigsten in London) an, zum anderen ist das Wetter dort durchschnittlich am besten. Und es gibt sogar noch eine Reihe weiterer Gründe, die für den Campingurlaub mit Kindern in Südengland sprechen:

  • Entlang der Küste im Süden lässt sich wunderschöne, unberührte Natur bestaunen. Dabei ist die Küste extrem abwechslungsreich: Vom Sandstrand bis zur atemberaubenden Steilküste und den berühmten Kreidefelsen kann man alles sehen und genießen
  • Es gibt eine Menge verschiedene Campingplätze: Die konformeren Luxusplätze unter ihnen haben gar einen Stromanschluss an jedem Pitch (Stellplatz) und ordentliche Sanitäranlagen. Mögen es Kinder und Eltern dagegen lieber etwas wilder (richtiges Wildcamping in England ist verboten), kann man sich auch auf Naturcampingplätzen niederlassen, auf denen mitunter Pferde freien Auslauf haben oder bei dem man mitten im Wald sein Zelt aufschlägt
  • Wer sein Englisch aufbessern möchte, findet überall „Second Hand Bookshops“, in denen sehr günstig teilweise noch recht neue Bücher (auch für Kinder zum Mitlernen) erstanden werden können
  • In vielen Orten und an vielen Ecken findet sich Geschichtliches, das dazu anregt, später in den Bookshops nach passendem Recherchematerial zu suchen
  • Die zahlreichen Wanderwege sind alle gut ausgeschildert. Wer während eines Ausflugs plötzlich von starken Hungergefühlen geplagt wird oder das Gequengel der Kleinen nicht mehr aushält, findet meistens einen kleinen, nahegelegenen Ort, wo sich beispielsweise mit frischen, hausgemachten Pommes gestärkt werden kann

Ausflugsziele gibt es in England – und auch hier vor allem wieder im Süden – übrigens zur Genüge. Wer ein wenig in Reiseführern stöbert oder kurz googelt, findet in Kürze das ein oder andere Schloss oder eine Burg in der näheren Umgebung, stößt vielleicht auf einen der zahlreichen Vergnügungsparks, auf ein tolles Museum oder auf kulturelle Highlights und Touristen-Lieblingsattraktionen, wie Stonehenge. Da viele dieser Einrichtungen allerdings in England nicht steuerlich subventioniert werden und sie deshalb von denen bezahlt werden, die sie besichtigen, bzw. nutzen wollen, ist mit teilweise recht hohen Preisen zu rechnen. So kann eine Familienkarte für eine Schlossbesichtigung inklusive Ausstellung schon einmal zwischen 20€ und 60€ kosten.

Kostenlos kommt man dagegen beispielsweise mit folgenden lohnenden Besichtigungen weg:

  • Direkt nach der Ankunft mit der Fähre in Dover einer Wanderung zum „South Foreland Lighthouse“ auf den Steilklippen östlich der Stadt
  • Wanderungen an der steilen Kreideküste „Pevensy Bay“, westlich von Eastbourne
  • Spaß in "Beachy Head", wo einfach an den Kieselstrand gekommen wird und Gezeitenbecken erforscht werden können
  • Die Erkundung des malerischen Fischerstädtchens „Brixham“
  • Einem Besuch der lebendigen Stadt „Plymouth“
  • Einem Abstecher nach „Portsmouth“ und einer Besichtigung des Hafens
  • Einem Aufenthalt in der Nähe von „Westbay“ und Erholung im grobsandigen Sand am Strand
  • Dem Bestaunen der Küste bei „Lizard Peninsula“, wo viele Hafenörtchen liegen, tolle Wanderungen unternommen werden und die zutraulichen Farmtiere auf den Campingplätzen gestreichelt werden können

Übrigens: So schön Südengland mit Kindern ist, genauso empfehlenswert für das Camping mit den Kleinen ist, unserer Meinung nach, Schottland. Auch hier überzeugen vor allem die Ausflugsziele, aber auch die Möglichkeiten, das Wohnmobil oder das Zelt auf einem netten Platz abzustellen.

Deutsche Touristen in England

Abschließend noch ein paar ermutigende Worte: Von einer Deutschenfeindlichkeit, die es vielleicht irgendwann einmal gab, ist in England heute nichts mehr zu spüren. Auch mit dem Brexit hat sich die Stimmung den Deutschen gegenüber nicht negativ verändert. Wenn man mit Einheimischen auf Themen, wie etwa den Zweiten Weltkrieg kommt, kann man vernünftig und gut diskutieren, Anfeindungen aber gibt es selten. Wichtig ist, dass man offen für den Dialog bleibt und die vornehmlich gutherzige und freundliche Art der meisten Briten erwidert. Und wer Kinder dabei hat, muss sich in der Regel sowieso noch einmal weniger Gedanken machen – Denn gegen die haben die meisten Einheimischen erst recht nichts.

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