Camper fahren in Neuseeland – die wichtigsten Regeln

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von FREEONTOUR und Journal International; Copyright Text und Bildrechte liegen bei Journal International, Jenny Menzel/Weltwunderer.de und iStock

Camper fahren in Neuseeland – die wichtigsten Regeln

Wenn jemand weiß, worauf Camper in Neuseeland achten müssen, dann ist es Reisebloggerin Jenny Menzel aus Dresden.

Mit dem Wohnmobil hat sie schon unzählige Ecken und Winkel der Inseln erkundet. Im FREEONTOUR Portal verrät sie, wie sich Urlauber die schönste Reise zusammenstellen. Hier gehts zum Blogg von Jenny Menzel.

Per Wohnmobil durch Neuseeland: Vor- und Nachteile

• Alle, die noch nie ein Wohnmobil (in Neuseeland sagt man dazu „Campervan“) gesteuert haben und überlegen, ob sie eines mieten sollen: unbedingt! Neuseeland eignet sich perfekt für Roadtrips, mit seiner abwechslungsreichen Landschaft und den Panoramen, die an jeder Ecke warten.

• Im Wohnmobil kann man seine Route flexibel an die Wetterverhältnisse oder spontane Launen anpassen. Selbstversorgung schont die Reisekasse, denn Neuseeland ist kein Budget-Reiseziel. Nicht nur Kinder ziehen das bewegliche Zuhause den ständig wechselnden Unterkünften vor. Und mit dem eigenen Dach über dem Kopf ist man der Natur so nah wie selten. Spontan für einen Fotostopp anhalten, nachts aus dem Bett die Milchstraße sehen, morgens von der Sonne geweckt werden – was gibt es Schöneres?

• Nun zum Nachteil: Wer einmal mit dem Campervan in Neuseeland unterwegs war, der wird fortan an chronischem Neuseeland-Fernweh leiden. Unheilbar!

Camper fahren in Neuseeland: die wichtigsten Verkehrsregeln

• Der neuseeländische Straßenverkehr ist keine Herausforderung: Auf den Highways fährt man maximal 100 km/h, es ist kaum jemand unterwegs und Staus sind außerhalb von Auckland und Wellington ein Fremdwort.
• Mein Tipp für Anfänger: Der ungewohnte Linksverkehr sorgt bei übermüdeten Touristen oft für Unfälle. Deshalb immer erst den Jetlag ausschlafen, der nach der langen Anreise unvermeidbar ist, bevor man einsteigt.

• Auch Ampeln sieht man selten. Kreisverkehre sind typisch für Neuseeland, genau wie die geschotterten Landstraßen („gravel roads“) und die einspurigen Brücken in abgelegenen Gegenden, wo man sich gegenseitig die Vorfahrt zuwinkt – im seltenen Fall, dass es Gegenverkehr gibt.

• Hat man sich an das Lenken des etwas größeren Fahrzeugs gewöhnt, steht der Neuseeland-Rundreise auf eigene Faust nichts im Weg.

Tipps für die Routenplanung Neuseeland

• „Nicht zu viel vorplanen!“, ist mein häufigster Tipp für Neuseeland-Reisende. Um wirklich etwas vom Land zu sehen und seine Schönheit zu genießen, sollte man sich Zeit nehmen. Wer weniger als drei Wochen Urlaub hat, beschränkt sich besser auf eine der Inseln.

• Viele Reisende finden die Südinsel schöner, aber gerade hier sind lange Fahrten und plötzlich umschlagendes Wetter an der Tagesordnung. Vom Herbst bis ins späte Frühjahr können auch kurzfristig Straßen wegen Schnee gesperrt werden, was dann die Reiseplanung umwirft. Kürzere Rundreisen mit mehr Abwechslung und tendenziell wärmerem Wetter bietet die Nordinsel, wo auch die meisten Flüge landen.

• Insidertipp: Am besten bereist man Neuseelands Nordinsel und Südinsel im Uhrzeigersinn. Dank Linksverkehr fährt man dann immer auf der Küstenseite und genießt die schönsten Ausblicke der Welt.

• Fast alle Wohnmobil-Vermieter ermöglichen Einwegmieten, sodass man zum Beispiel in Auckland starten und in Christchurch wieder abfliegen kann. Der Aufpreis wiegt die doppelte Fahrt mit der Fähre zwischen Nord- und Südinsel auf.


Reisevorbereitungen für die Wohnmobil-Rundreise durch Neuseeland

• Ohne internationalen Führerschein kann man mit seinem nationalen Führerschein bis zu zwölf Monate mit dem Wohnmobil fahren. Es ist notwendig, sich eine beglaubigte englische Übersetzung für den nationalen Führerschein ausstellen zu lassen (Achtung, das dürfen nur zertifizierte Übersetzer in Neuseeland!). Weiterführende Infos finden Sie hier: Fahren in Neuseeland.
• Mitglieder im ADAC oder im ÖAMTC genießen in Neuseeland die Vorteile des dortigen AANZ: 24-Stunden-Pannendienst, eine Tankrabattkarte und kostenloses Kartenmaterial.

• Während das Beschaffen der nötigen Dokumente schnell erledigt ist, sollte man mit der Suche nach einem geeigneten Camper deutlich früher anfangen. Für die Hauptsaison von Dezember bis Februar sind Neuseelands Vermieter oft schon Monate vorher ausgebucht. Zudem ist es die teuerste Zeit. Der frühe Vogel kann dagegen Schnäppchen machen – und das für ihn beste Modell auswählen.
• Tipp fürs Reisegepäck: Mehr Platz im Camper hat, wer statt Hartschalenkoffern mit faltbaren Reisetaschen unterwegs ist. Einige Vermieter verwahren leere Koffer für ihre Kunden.

• Miet-Campervans gibt es in allen Größen und Preisklassen. Die kleineren Budget-Modelle sind oft schon älter, reparaturanfällig und bieten wenig Luxus. Wer mehr bezahlen will, bekommt deutsche Wertarbeit mit Standheizung, Wi-Fi und Solarstromversorgung.
• Sehr wichtig beim Preisvergleich: Tagesmietpreise enthalten meistens nicht die Kaskoversicherung. Da in Neuseeland Steinschläge, Reifenschäden oder Unfallgegner ohne Haftpflichtversicherung nicht selten sind, ist ein „Bonus-Pack“ ohne Selbstbeteiligung im Schadenfall sehr empfehlenswert.

Tipps für unterwegs: Wo kann man in Neuseeland übernachten?

• Campingplätze zum Übernachten, Duschen, Kochen und Wäschewaschen gibt es im ganzen Land und für jeden Geldbeutel. Während die schicken „Top Ten Holiday Parks“ Rundumservice bieten, gibt es auf den sehr preiswerten staatlichen Campsites oft nur ein Plumpsklo – aber das steht dann in Traumlage, direkt am Meer oder hoch in den Bergen.

• Reservieren muss man Campingplätze nicht, es sei denn, man ist in der absoluten Hauptsaison zwischen Weihnachten und Mitte Januar unterwegs.
• Tipp für die Stellplatzsuche: Die kostenlose App „CamperMate“ verzeichnet tausende Campsites, öffentliche Toiletten etc. in Neuseeland. Auch die begehrten kostenfreien „Freedom Camping Spots“ sind dort vermerkt.

• Wer plant, in Neuseeland wild zu campen, sollte unbedingt einen Camper mit „self containment certification“ mieten – nur diese autarken Fahrzeuge mit eigener Toilette und Wasserversorgung dürfen an ausgewiesenen Stellplätzen über Nacht legal parken.
Noch mehr Tipps zum Campervan-Reisen in Neuseeland gibt Jenny Menzel in ihrem Reiseratgeber „Als Dach der Sternenhimmel. Camping in Neuseeland“ (Verlag 360° medien mettmann GmbH, 2. Auflage 2016).