Bayern - Fränkische Alb - Bitterbachschlucht

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Bayern - Fränkische Alb - Bitterbachschlucht

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von FREEONTOUR

Bayern - Fränkische Alb - Bitterbachschlucht

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Allgemeine Informationen

Ein Tal, in dem neben einem älteren Flussbett eine neue Wasserrinne entstanden ist, nennt man ein epigenetisches Tal. Ein solches Talstück findet man im Verlauf des Bitterbachs. Es entstand während der Eiszeit (Diluvium), als Kalt- und Warmzeiten wechselten. Während der Kaltzeiten mit geringer Wasserführung lagerte er in einem alten Bett große Sandmengen ab und das Wasser floss auf diesem als mäandrierendes (Schleifen bildendes) Rinnsal dahin. Als sich das Klima erneut änderte und es wieder wärmer und feuchter wurde, schwoll der Bitterbach von neuem an. Dabei fand er nicht mehr in sein altes Bett, sondern wich nach Osten aus. Er konnte einige Burgsandsteinkuppen nicht mehr umfließen, er musste sie also durchschneiden. So ist durch die Erosionskraft des fließenden Wassers die enge Bitterbachschlucht im harten Gestein entstanden. In der Bitterbachschlucht sind reizvolle Burgsandsteinaufschlüsse und Einschnitte zu sehen. Sie sind etwas Besonderes, weil der Burgsandstein fast nur am Bitterbach und dort besonders ausgeprägt im Schluchtteil an der Erdoberfläche zu sehen ist. Sonst liegt er mehr als 10 Meter unter dem Boden. Die Felsenkeller unter der Laufer Altstadt sind in diesen Burgsandstein gehauen. Der Bitterbach entsteht etwa 350 m südlich von Veldershof durch den Zusammenfluss von Schwarzwinkel und Teufelsgraben; ca. 345 m über dem Meeresspiegel. Auf seinem Weg münden noch einige Zuflüsse in den Bitterbach. Er selbst mündet schließlich zwischen Lauf und Wetzendorf in die Pegnitz. In seinem Verlauf legt der Bitterbach etwa 5 km mit einem Gesamthöhenunterschied von 29 m zurück. Im Bitterbachtal mit seinem naturnahen Bachlauf trifft man verschiedene erhaltenswerte Biotope an, die anderswo auf einem gedrängten und stadtnahen Raum kaum so vorkommen. Zu Beginn des Jahrhunderts wurde vom Heimat- und Verschönerungsverein Lauf ein erster Pfad angelegt, der den Namen „Philosophenweg“ erhielt. Dieser erste Pfad wurde 1936 von der Stadt Lauf ausgebaut. Nach dem 2. Weltkrieg regte der ehemalige Naturschutzbeauftragte des Landkreises, Herr Rektor Karl Hoffmann, einen markierten Naturpfad an. An seiner Gestaltung waren die Stadt Lauf, das THW Lauf und der der Fränkische Alb-Verein beteiligt. 1954 wurde der „Rektor-Hoffmann-Pfad“ der Öffentlichkeit übergeben. 1976, als zur Anbindung der Albrecht-Dürer-Straße ein Straßendamm durch das Bitterbachtal geplant wurde, setzten sich das Gymnasium und der Bund Naturschutz für den Schutz der wertvollen Naherholungslandschaft ein und schlugen vor, das „Talsystem Bitterbach“ wieder unter Landschaftsschutz zu stellen und einen Naturpfad anzulegen. 1980/81 wurde in einer Facharbeit von Herrn Thomas Schertel (Leistungskurs Biologie/Chemie Gymnasium Lauf) ein Schutzgebiet „Bitterbach“ ausgewählt und abgegrenzt. Auf Initiative des Studiendirektor a. D. Herrn Karlheinz Bleisteiner (Christoph-Jacob-Treu Gymnasium Lauf) hin, hat Frau Katja Häfner im Leistungskurs Biologie 1997 einen geoökologischen Lehrpfad geplant und 27 Stationen mit Schildern entworfen. Dieses Projekt „Lehrpfad Bitterbach“ wurde letztendlich durch die Unterstützung verschiedener Förderer voran gebracht und verwirklicht.

Tourenbeschreibung

Als Ausgangspunkt unserer Tour wählen wir den großen Parkplatz an der Bitterbachhalle im Laufer Ortsteil Kotzenhof (Anhaltspunkt für das Navigationssystem: 91207 Lauf an der Pegnitz, Daschstraße 6). Hier parken wir unser Fahrzeug, an welchem es ausreichend kostenlose Abstellmöglichkeiten gibt.

Vom Parkplatz (364 m) aus wandern wir die Daschstraße wieder abwärts, bis wir linkerhand auf eine Wandertafel treffen, welche an einem Halteverbotsschild angebracht ist (Hier ist besondere Aufmerksamkeit geboten, da die Tafel von oben leicht zu übersehen ist). Die Wegmarkierung Rot-Kreuz weist uns nun den Weg in Richtung Bitterbachschlucht (Rektor-Hoffmann-Pfad).

Hier wechseln wir nun vom Gehweg auf die andere Straßenseite und folgen der Straße „Am Bitterbach“ für ca. 300 m in nordwestliche Richtung. Bereits hier treffen wir rechterhand auf die ersten Infotafeln des Naturlehrpfades. Am Ende der Sackgasse verlassen wir die Straße und wandern eben auf einem angenehmen breiten Forstweg weiter.

Hier stoßen wir auf weitere Infotafeln, welche uns Aufschluss über die Flora und Fauna, sowie den Lebensraum der Tiere geben. An zwei darauffolgenden Weggabelungen halten wir uns links, wo sich der breite Forstweg nun in einen schmalen Forststeig wandelt.

Wenige Meter später stoßen wir auf einen im Weg befindlichen Baumstumpf, durch welchen ein Art „Sichtfenster“ gesägt wurde. Direkt daneben befindet sich eine Infotafel, welche uns über den ehemals hier befindlichen Hutanger, sowie das ehemalige Hirtenleben aufklärt (reine Gesamtgehzeit 10 Minuten).

Der Hutanger ist eine Weidefläche, auf der Stallvieh von einem dazu angestellten Hirten gehütet wird. Früher und noch bis in die sechziger Jahre unseres Jahrhunderts war Stallfütterung nicht üblich. Die Rinder, Schweine und Schafe der Bauern wurden von einem Gemeindehirten zu den Gemeindeweiden getrieben und dort gehütet. Der Gemeindehirte musste das Vieh nicht nur hüten, er war auch vertraglich zur Geburtshilfe bei den Tieren verpflichtet. Weitere tierärztliche Dienste (wie z. B. das Anstechen von Pansen bei Blähungen, die Heilung von Verletzungen) waren für einen guten Hirten Ehrensache. Eine besondere Pflege des Hutangers war nicht notwendig. Durch den Verbiss des Weideviehs konnte kein Strauchwerk aufkommen. Der Anger bestand nur aus Eichen und Gras, was heute noch das Landschaftsbild dominiert. Direkt dahinter gilt es, eine kurze steile Wurzelpassage zu überwinden, nach der wir eine hölzerne Brücke queren.

Nach der Brücke steigen wir auf einem Wurzelsteig wieder leicht bergan und schreiten auf einem idyllischen Waldpfad durch den Nadelwald,

bis wir an eine Schautafel treffen, welche uns über die Entstehung der Bitterbachschlucht informiert (reine Gesamtgehzeit 15 Minuten). Dieser Punkt stellt auch zugleich den Einstieg in die Schlucht dar.

Bereits hier erkennen wir den im sandigen Bachbett verlaufenden Bitterbach sowie die ersten malerischen Sandsteineinschnitte der Klamm.

Wir wandern weiter und treffen auf die ersten mittels Geländern und Holzstegen/-brücken gesicherten Wegabschnitte. Der schmale Steig führt uns rechterhand des Bitterbachs weiter über Brücken

bis wir an die Schlüsselstelle der Schlucht gelangen (reine Gesamtgehzeit 20 Minuten).

Hierbei handelt es sich um eine Felsstufe, über welche der Bitterbach fließt.

Wir schreiten auf dem Pfad voran durch die Bitterbachschlucht mit ihren reizvollen Windungen

an weiteren teils steilen unterspülten Schluchtwänden vorbei, welche mit prächtigen Moosen und Farnen überwuchert sind.

Zudem befinden sich in den Felswänden tiefe Spalten sowie Löcher.

Anhand einer Infotafel erfahren wir, dass der Name Bitterbach von Biberbach kommt, da hier früher Biber lebten. Nach und nach wandern wir langsam aus der Klamm heraus

und unser Weg verwandelt sich nun wieder in einen breiten Forstweg,

der uns an eine Wegkreuzung bei dem im Jahre 1983 erbauten Pumpwerk Rudolfshof leitet (reine Gesamtgehzeit 30 Minuten).

An dieser Gabelung halten wir uns an keine Wegmarkierung, sondern an die hier aufgestellten Infotafeln. Somit biegen wir nach rechts ab. Wir wandern auf einem breiten Schotterweg an weiteren Infotafeln vorbei, bis wir aus dem Wald heraustreten.

Nach einem kurzen Stück passieren wir rechterhand die Tennissportanlage des TV 1877 sowie die dahinter liegenden Parkplätze des Vereins (reine Gesamtgehzeit 40 Minuten).

Wir wandern nun auf der Straße weiter, bis wir an die Gabelung Am Haberloh/Beethovenstraße gelangen. Wir bleiben der Beethovenstraße treu und passieren die rechts von uns liegende neu erbaute Montessori Fachoberschule sowie das schräg gegenüberliegende Gelände des THW Lauf.

Am Ende der Beethovenstraße stoßen wir auf eine Einmündung in die Daschstraße mit dem dahinterliegenden Montessori Schulzentraum sowie dem städtischen Kindergarten.

Hier biegen wir links ab, wobei wir uns an der nächsten Straßenkreuzung wieder nach rechts orientieren, um in die Hardtstraße zu gelangen. Wir folgen der Hardtstraße in südöstliche Richtung und kommen hier am Christoph-Jacob-Treu Gymnasium vorbei. Direkt hinter der Schule treffen wir auf die Bushaltestelle „St. Kunigund“,

an welcher der mit Rot-Punkt markierte Philosophenweg abzweigt (reine Gesamtgehzeit 50 Minuten). Hier halten wir uns also rechts und gelangen nach wenigen Metern an einen kleinen Weiher (dieser diente noch bis in unser Jahrhundert als Eisweiher für heimische Brauerrein)

sowie an einen Bike-Park.

Wir wandern auf dem Weg weiter und gelangen nun in ein kleines Waldstück, in welchen es leicht abwärts geht

bis wir wieder an die Einmündung Daschstraße/„Am Bitterbach“ treffen (reine Gesamtgehzeit 1 Stunden).

Hier halten wir uns rechts und wandern ein kurzes Stück aufwärts,

bis wir nach insgesamt 30 Höhenmetern im Anstieg und einer reinen Gesamtgehzeit von einer Stunde und 5 Minuten den Ausgangspunkt unserer Tour den Parkplatz der Bitterbachhalle erreichen. Bei der Tour kamen die T Aenergy GTX Wanderschuhe, das Chilkoot Wanderhemd sowie die Hiking Zip Off Wanderhose aus dem Hause Mammut zum Einsatz. Weiter trugen wir denCreon Pro Rucksack in der 30 Liter Ausführung. 

FAZIT:
Eine wildromantische und lohnenswerte Rundwanderung, welche aufgrund der Tourenlänge, der in den heißen Sommermonaten vorteilhaften schattigen Lage sowie der anschaulichen Hinweistafeln ideal als Familientour geeignet ist. Das Befahren mittels eines Kinderwagens ist keinesfalls möglich. Die Bewältigung mit größeren Kindern dürfte aufgrund der Wegbeschaffenheit kein Problem darstellen. Der äußerst berechtigten Aufforderung, den markierten Wanderweg nicht zu verlassen, sollte zwingend Folge geleistet werden, um dieses einmalige Stück Natur dauerhaft zu schützen und in ihrer Schönheit zu bewahren. Eine weitere tolle Klamm in der Region Fränkische Alb ist die Schwarzachklamm.

 

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