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Auf die ganz große Tour

Outdoor und Sport
anita
von Dethleffs

Auf die ganz große Tour

Wolfgang Mücke ist zurück – 9 Monate Übersee mit dem Caravan-Gespann liegen hinter ihm. Da gibt es einiges zu erzählen.

Wolfgang Mücke, ehemaliger Prokurist und Einkaufsleiter bei Dethleffs, ist zurück von seiner ganz großen Reise. Neun Monate Abenteuer und viele unvergessliche Eindrücke liegen hinter ihm. Seine Route führte ihn über den großen Teich nach Nord-Amerika. Eine Reise, die er sicher nie vergessen wird.

Für solch eine gewaltige Tour braucht es vor allem zwei Dinge: einerseits Zeit und andererseits die richtige Vorbereitung. Zeit hatten Mücke und seine Lebensgefährtin, denn der ehemalige Einkaufsleiter und Prokurist genießt seit zehn Jahren den Ruhestand, ist seit 35 Jahren Camper und war mit dem Mietwohnmobil schon auf allen Kontinenten unterwegs. Zum Abschied aus dem Berufsleben hatte er sich einen ganz speziellen Caravan anfertigen lassen, den „Mücke Emotion“ auf Basis eines Dethleffs Beduin Emotion 515 DB. Ein Unikat mit reichlich Komfort- und Individualausstattung der vom VW Touareg bislang auf Reisen kreuz und quer durch Europa, vom Nordkap bis Portugal und von Frankreich bis Russland gezogen wurde.

Die Idee, mit dem Gespann gleich ganz Nordamerika unter die Räder zu nehmen, reifte Anfang 2015, erschien zu Anfang jedoch selbst Mücke, wie er sagt, „nicht sehr realistisch“. Indes – nach immer intensiveren Recherchen nahm die Idee langsam doch Form an. Die Einreiseformalitäten für Kanada beispielsweise waren kein Problem, denn ein Aufenthalt bis zu sechs Monaten ist visumfrei möglich. Für die USA musste hingegen ein Nichteinwanderungs-Visum her. Online beantragt und nach einer Befragung im Amerikanischen Konsulat trafen die Unterlagen jedoch schon ein paar Tage später per Post ein. „Alles einfacher als erwartet“, kommentiert Mücke. Da die deutsche Kfz-Versicherung für Nordamerika nicht greift, war noch eine Fahrzeug-Versicherung nach Zeitwert nötig. Und natürlich die Passage.

Doch wie kommt das Gespann über den großen Teich? Seabridge in Düsseldorf bot in diesem Fall professionelle Abwicklung und klärte Fragen von der Transport-Versicherung bei der Verschiffung bis hin zur Energie-Versorgung in der Neuen Welt. Ein Umbau auf amerikanisch-technischen Standard ist übrigens nicht unbedingt erforderlich. Zwei Dinge sind, so Mücke, hingegen zu berücksichtigen:
Es wird ein Adapter zum Anschluss amerikanischer Gasflaschen an deutsche Druckregler benötigt, sowie ein elektrischer Umformer von 110 Volt auf 220 Volt. Damit lassen sich dann auch verbrauchs-intensive Geräte wie Kaffeemaschine oder Klimaanlage im Caravan betreiben. Adapter und Trafo sind ebenfalls über Seabridge erhältlich.

Die Verschiffung des 12-Meter-Gespanns erfolgte per Fähre von Hamburg nach Halifax in Ostkanada und kostete inklusive Rücktransport rund 9000 Euro. Bis auf Wertgegenstände war die gesamte Campingausstattung mit an Bord – und Partnerin Jacob hat Kleidung für mehrere Klimazonen und Jahreszeiten zusammengestellt, von der Badehose bis zur Winterjacke. Ende April 2015 rollte der Mücke-Emotion schließlich in den Bauch der 292 Meter langen Atlantic Companion für die 14-tägige Überfahrt. Die Besatzung reiste deutlich schneller per Flugzeug an, das Abenteuer konnte beginnen.

Wolfgang Mücke und seine Partnerin beschrieben in den folgenden Wochen in ihrem Freeontour-Logbuch die vielfältigen Eindrücke ihrer Reise von den ersten Erlebnissen an Kanadas schroffer Atlantikküste bei Peggy`s Cove, dem pittoresken und womöglich meist fotografierten Ort Nova Scotias, bis rüber Richtung Pazifik in die Bergregion der Rockies. Dann ging es Richtung Süden bis nach Kalifornien und schließlich quer durch die Südstaaten mit Abstecher durch Florida wieder zurück an die Ostküste. Immer wieder waren es die gewaltigen Landschaften, die Eindruck machten. Ob beim Abstecher in den Norden zum Mount McKinley, dem mit 6194 Meter höchsten Berg Nordamerikas, an den mächtigen Niagara Falls oder den terrassenförmigen Sioux Falls in South Dakota. Nach der Überquerung des Missouri kamen in der endlos weiten Prärie Erinnerungen an Sioux- und Cheyenne-Indianer hoch. Und natürlich die Stadtimpressionen, egal ob Montreal, Vancouver, das Städtchen Ketchikan beim Gespann-losen Abstecher nach Alaska bis hin zum Biker-Treff in Sturgis. Und immer wieder eindrückliche Begegnungen in der Natur: Wildlife vom Bison über Bären bis zum Weißkopfadler. Ständig erlebten die Langzeitcamper die besondere Gastfreundschaft der Nordamerikaner. „Wir wurden überall freundlich empfangen und willkommen geheißen.“ Kein Tag verging, an dem sie nicht angesprochen werden, denn natürlich weckt das Gespann aus Deutschland immens die Aufmerksamkeit. Viele baten darum, einen Blick in den Mücke Emotion werfen zu dürfen und waren erstaunt über Außendesign, Möbelqualität und den Grundriss. Ein Mover ist dort völlig unbekannt und rief laut Wolfgang Mücke immer wieder großes Erstaunen hervor: „I never saw that before“.

In ihrem Logbuch zeigen Wolfgang Mücke und Walburg Jacob schön gelegene Campingplätze, auf denen sie entlang ihrer Route Station machten. Gerade in National- oder Stateparks gibt es zahlreiche davon. Teils ohne Strom, dafür in herrlicher Natur gelegen, teils full-hook-up, das heißt mit Strom, Frisch- und Abwasseranschluss ausgestattet. Die Parzellen sind in aller Regel mit Tisch und Bänken ausgestattet und – ganz wichtig – mit Feuerstelle zum Grillen. Feuerholz ist überall leicht zu bekommen. Restaurants oder Lebensmittelkioske sind auf den amerikanischen Campingarealen jedoch die Ausnahme. Die Reisenden müssen sich zwangsläufig in den rund um die Uhr geöffneten Supermärkten eindecken.


Wer Lust hat, die Reise von Mücke und seiner Partnerin nachzuverfolgen, kann dies ganz einfach über das von ihm geführte Logbuch in Freeontour machen. Womöglich dienen die Reiseinformationen ja sogar als Grundlage für einen eigenen Amerika-Trip.
Zum Mücke-Logbuch geht`s hier. Viel Spaß beim Lesen.