Eine Wohnmobilreise durch das winterliche Lappland - Teil 1 des Wintermärchens

geschrieben am 10.05.2017, von Dethleffs Dethleffs Caravan & Reisemobil Destinationen Entdecken

Der Fotograf Dirk Heckmann wagt den Härtetest und wird belohnt. Wir auch - mit zauberhaften Fotos! Lesen Sie, was er auf seiner Abenteuerreise alles erlebt hat.

2015 hatte ich das erste Mal die Möglichkeit, ins winterliche Norwegen mit einem Wohnmobil zu fahren, um das Polarlicht zu fotografieren (siehe Artikel „Aurora Borealis – die mystischen Polarlichter des Nordens!). Von dem Himmelsspektakel war ich so begeistert, dass ich mir fest vornahm, das unbedingt zu wiederholen.

Doch dieses Mal wollte ich nicht „nur“ das Polarlicht jagen, sondern auch viele Outdoor-Aktivitäten im winterlichen Skandinavien unternehmen. So wollte ich gerne einmal Hundeschlittentouren, Schneemobil-Touren oder Schneeschuhwanderungen unternehmen. Und dafür eignet sich meiner Meinung nach Finnland mit seiner weiten Landschaft und den zugefrorenen Seen hervorragend. Und wenn ich schon so weit oben im Norden bin, sollte doch auch noch ein Abstecher zum Nordkap drin sein. Dieses habe ich bisher immer „nur“ im Sommer besucht, dann wenn die Sonne nicht untergeht. Doch wie sieht es dort im Winter aus? Angedacht hatte ich dann noch eine Fahrt entlang der norwegischen Küste bis nach Tromsø, um auch diese Perle des Nordens und ihre traumhafte Umgebung einmal im Winter zu bestaunen. Eine Fahrt auf die Lofoten wäre doch auch noch toll. Doch ich hatte ja nicht endlos Zeit. Als Reisezeit hatte ich den Zeitraum von Anfang Februar bis Ende März eingeplant. Monate, in denen die Tage oberhalb des Polarkreises auch schon genügend Helligkeit für die geplanten Aktivitäten boten und um auch Licht zum Fotografieren zu haben. Und in dieser Zeit ist auch die Dämmerungsphase bzw. die Blaue Stunde angenehm lang, da die Sonne noch nicht so steil auf- bzw. untergeht. Und in dieser Zeit ist es einfach wundervoll zu fotografieren.

Auch diese Reise sollte natürlich wieder mit einem Wohnmobil stattfinden, denn die Möglichkeit, unabhängig auf die Wetterbedingungen zu reagieren, ist einfach unbezahlbar.

Werden die Temperaturen in Norwegen durch den warmen Golfstrom stark beeinflusst, und somit nicht sooo kalt, liegt Finnland weiter östlich und hat somit wesentlich härtere winterliche Bedingungen. Die Temperaturen können auch tagsüber locker in die zweistelligen Minusgrade sinken. Darum brauchte ich für diese Reise ein Wohnmobil, das nicht nur wintertauglich sondern winterfest ist.

Und da hat der Wohnmobil-Hersteller Dethleffs ein sehr gutes Winterpaket für seine Fahrzeuge im Programm. Und so durfte ich mich mit einem Globetrotter XLi inklusive Winterpaket mit Alde Warmwasserheizung und stark isoliertem Aufbau und Unterboden auf den Weg nach Lappland machen. Das Fahrzeug holte ich bei McRent in Isny ab. Vorher konnte ich noch eine Werksbesichtigung im Werk von Dethleffs unternehmen.

Wieder in Berlin ging es an das Beladen des Fahrzeugs. Neben meiner Fotoausrüstung, mehreren Stativen, Notebook und einigen Festplatten zum Speichern der Fotos, legten wir ein großes Augenmerk auf die Winterkleidung. Zwei Wochen vor unserer Abreise wurden in Inari im finnischen Lappland -38°C gemessen. Da war ich dann doch noch mal los und habe mir einen weiteren Satz Thermo-Unterwäsche gekauft. Was ich so an Winterkleidung von früheren Reisen z.B. nach Patagonien und in die Antarktis hatte, und sich dort bewährt hatte, wurde eingepackt. Ansonsten wollte ich mir fehlende Kleidung dort oben kaufen. Dort weiß man, welche Kleidung bei den winterlichen Temperaturen funktioniert. Platzprobleme sollte es beim Verstauen bei der Größe des Fahrzeugs nicht geben.

Von Berlin fuhren wir nach Travemünde, wo die Finnlines-Fähre am Morgen um 3 Uhr ablegte. Man konnte aber schon ab 21 Uhr des Vorabends auf die Fähre. Die sehr angenehme Überfahrt dauerte 30 Stunden bis nach Helsinki. Eine prima relaxte Art, eine Reise zu beginnen. Kurz vor der Ankunft in Finnland ging die Sonne noch glühend Rot über dem Meer auf.

Die Fähre legte um 9 Uhr etwas außerhalb des Zentrums von Helsinki an. Wir fuhren auf den Hauptstadt-Campingplatz in Rastila, von wo man sehr gut mit der Metro ins Zentrum gelangt.

Die finnische Hauptstadt empfing uns mit Sonnenschein und -12°C. In der alten Markthalle (Vanha kauppahalli) am Südhafen gab es erst einmal einen Cappuccino und wir sortierten uns, was wir uns denn so alles anschauen wollten. In der 670.000 Einwohner Stadt sind es alles keine weiten Wege. Gleich um die Ecke liegt oberhalb des Senatsplatzes der Dom zu Helsinki (Helsingin tuomiokirkko).

Von hier ging es weiter auf der Prachteinkaufsstraße Pohjoiseseplanadi. Im Sommer spielen auf dem Grünstreifen viele Musiker, jetzt im Winter sind die Wege ziemlich vereist, aber es lag kein Schnee. Am Ende der Straße steht neben dem schwedischen Theater der bekannte Konsumtempel Stockmann, ein Haus wie in Berlin das KaDeWe oder in London das Harrods. Ein weiteres Highlight der Stadt ist noch eine Kirche, die Temppeliaukion Kirkko, eine runde Kirche, die auf einem kleinen Hügel in einen Felsen gebaut wurde. Die Atmosphäre der Stadt hat es uns angetan.

Am Abend haben wir im Wohnmobil gekocht und dann die erste Nacht im Fahrzeug verbracht.

Am nächsten Tag sollte es dann recht zügig Richtung Polarkreis gehen, allerdings mit einem kleinen Umweg: Wir sind zuerst ein Stück auf der E18 an der Küste entlang nach Porvoo gefahren. Um die Bischofskirche herum gibt es hier eine sehr schöne Altstadt.

Weiter ging es danach über Lahti und Mikkeli nach Rauhalahti, wo es einen ganzjährig geöffneten Campingplatz gibt. Er liegt sehr schön an einem See, der natürlich jetzt im Winter zugefroren war. Von dem finnischen Seengebiet bekommt man nicht so viel mit, sind sie doch alle zugefroren und mit Schnee bedeckt.

Wir sind ins benachbarte Wellness-Hotel gegangen, um unseren ersten finnischen Saunabesuch zu zelebrieren.

Der nächste Tag brachte wieder Sonnenschein und zweistellige Minusgrade. Die Bäume waren komplett mit Raureif überzogen, was einen wunderschönen Kontrast zum blauen Himmel bildete. Wir wollten eigentlich Richtung Kuusamo fahren, doch die Wettervorhersage für die dortige Region war nicht mehr so gut. Für die Küstenregion am Bottnischen Meerbusen war die Vorhersage besser, also sind wir hinter Kajaani auf die Straße Nr. 22 recht zügig nach Oulu gefahren. Hier hat es auch einen ganzjährig geöffneten Campingplatz. Für das langsame herantasten an die nächtliche Kälte war es am Anfang für uns besser, erst einmal auf Campingplätzen zu übernachten. So konnten wir auch die Alde-Heizung ein wenig besser kennenlernen, da ich diese von meinen bisherigen Wohnmobilreisen nicht kannte.

Die Strecke von Helsinki nach Oulu war gut zu fahren. Die rechte Spur auf den Autobahnen war immer eisfrei, die linke Spur hingegen war immer wieder vereist. Aber da die Höchstgeschwindigkeit auf den Autobahnen in Finnland bei 120 km/h liegt und das Verkehrsaufkommen gen Norden immer geringer wird, ist das Fahren sehr angenehm. Staus gibt es hier nicht! Die „kleineren“ Straßen sind oftmals noch mit Schnee und Eis bedeckt. In Finnland wird kein Streusalz verwendet und Winterreifen sind natürlich Pflicht, am liebsten fährt sie der Finne mit Spikes bestückt. Aber auch mit normalen Winterreifen, wie der Globetrotter XLi sie hatte, sind sie sehr gut zu fahren.

Der Campingplatz in Oulu liegt dicht am Meer am Freizeitgebiet Nallikari. Lange und flache Sandstrände und … okay, wir sind warm angezogen und spazieren etwas über den zugefrorenen und knarrend-knirschenden Bottnischen Meerbusen.

Bis Oulu waren wir die Tage doch recht viel gefahren. Wir wollten halt recht schnell in die Nähe des Polarkreises gelangen, um täglich die Chance zu bekommen, das Polarlicht zu sehen. Und meine Frau hatte nur knapp 2 Wochen Zeit, mich zu begleiten.

Am folgenden Tag ging es dann relaxter voran und die Outdoor-Aktivitäten in der Winter-Märchenlandschaft sollten endlich beginnen. Wir fuhren über Pudasjärvi nach Ranua. In dem 4.000-Einwohner-Ort gibt es einen sehr schönen Wildlife Park. Über 50 arktische Tierarten kann man hier mit etwas Glück sehen. Die Tiere in der winterlichen Anlage zu sehen ist etwas sehr Spezielles.

Am Zooeingang gibt es auch Restaurants, Unterkünfte und einen Wildlife Safari-Anbieter. Wir haben uns ein Schneemobil gemietet und sind mit einem Guide in die traumhafte Winterlandschaft aufgebrochen. Keine 100 m vom Wildlife Park entfernt und wir sind mitten in der finnischen Einsamkeit. Die Landschaft ist absolut unberührt, nur Spuren von Rentieren und Elchen sind zu sehen. Und dann diese Ruhe, wenn man denn den Motor der doch recht lauten Schneemobile ausgeschaltet hat. Es ist nichts, aber auch gar nichts zu hören. Ist aber auch nicht groß verwunderlich bei einer Einwohnerdichte von 2 Menschen pro Quadratkilometern hier in Lappland.

An den Wildlife Park grenzt auch der Campingplatz von Ranua. Hier haben wir uns nach dem ganzen Tag draußen in der Kälte erst einmal einen Saunagang gegönnt, bevor wir mit dem Kochen im Womo angefangen haben. War der Tag noch sehr sonnenreich, kamen zum Abend hin Wolken auf und es fing nachts an zu schneien. Also nix mit Polarlicht.

Am nächsten Morgen lagen 20 cm Neuschnee - herrlich. Hier oben im Norden liegt eh wesentlich mehr Schnee als im Süden des Landes. Wir sind die knapp 80 km nach Rovaniemi gefahren. In der Stadt besuchten wir das Arktikum. Das Museum zeigt zum einen die Geschichte Lapplands, Rovaniemis und die Samikultur und zum anderen informiert es über die Flora und Fauna der Arktis und deren Bewohner. Die Videoshow über das Polarlicht ist auch sehenswert. Die Architektur des Hauses mit seinem langgestreckten Glasgewölbe hat was.

Von hier sind es noch knapp 10 km Richtung Norden zum Weihnachtsmann am Polarkreis. Was für ein Trubel! Ja, es gibt auch eins, zwei Schilder, die einem zeigen, dass man am Polarkreis ist, aber der Rest ist Weihnachtsambiente pur: Weihnachtsmusikbeschallung aus allen Lautsprechern und Weihnachts-Souvenirs an allen Ecken. Das Äußere stimmte zumindest: es lag Schnee und es fing auch noch an zu schneien.

Lange haben wir uns hier nicht aufgehalten und sind weiter durch diese traumhafte winterliche Landschaft auf verschneiten Straßen nach Levi gefahren. Levi ist bei Skifahrern bekannt und beliebt, findet doch hier z. B. alljährlich ein Ski-Weltcuprennen statt. Der Ort hat auch einen ganzjährig geöffneten Campingpatz. An der Rezeption hatten wir nach einem Restaurant mit einheimischer Küche gefragt. Wenn man in Finnland ist, sollte man auch mal in finnischen Restaurants essen. Uns wurde das Restaurant Nili Poro empfohlen (poro = Rentier). Die Besitzer haben eine eigene Rentierfarm und dementsprechend gibt es hier recht viele Rentiergerichte. Es hat wirklich exzellent geschmeckt. Als wir aus dem Restaurant kamen, hatte sich die Wolkendecke gelichtet. Also habe ich meine Fotoausrüstung samt Stativ aus dem XLi geholt und bin die Skipiste hochgestiefelt. Der Berg erreicht immerhin eine Höhe von 530 m. Die Aurora Service App sagte auch, dass man in diesen Regionen das Polarlicht sehen könnte. Nach dem knackig steilen Aufstieg habe ich oben mein Stativ aufgebaut und brauchte auch nicht lange zu warten, bis das Polarlicht am Horizont zu sehen war. Leider war es nur am Horizont zu sehen und auch nicht gerade sehr kräftig, aber immerhin: dass erste Polarlicht auf dieser Reise! Es war auch eine gute Gelegenheit, die speziellen Kameraeinstellungen und meinen neuen Infrarot-Fernauslöser zu testen. Auch finde ich es wichtig, dass man seine Kamera im Dunkeln beherrscht. Auch dieses konnte ich ein bisschen weiter üben. Auf meinem Weg nach unten musste ich Acht geben, dass die Pistenraupenfahrer mich auch sehen. Sie waren jetzt so gegen Mitternacht dabei, die Piste für den nächsten Tag zu präparieren.

Da der Himmel auch noch am nächsten Morgen klar war, sind die Temperaturen wieder etwas in den Keller gerutscht: -11°C. In der Touristeninformation hatten wir Glück und konnten für den nächsten Tag noch eine Husky-Schlittentour buchen. Die Schlittenhundetouren sind im Winter in Finnland der absolute Renner und oft über viele Tage ausgebucht. Wir haben den Dethleffs geschnappt und uns aufgemacht, einmal das Skigebiet zu umrunden. Auf der Rückseite gibt es zwei Rentierfarmen, die man auf kleineren Straßen durch bewaldetes Gebiet erreicht. Im Levi Lapp Village kann man neben Rentier-Schlittentouren auch Hundeschlittentouren unternehmen. Das älteste Gebäude auf der Farm soll aus dem 17. Jahrhundert stammen. Die Straße führt noch an der südlichen Liftanlage vorbei und wieder zurück ins Zentrum von Levi. Eine schöne Tour. Die Nacht war wieder sternenklar. Also sind wir mit dem Dethleffs noch einmal los und haben auf der Straße Richtung Muonio einen Parkplatz mit freier Sicht gesucht und gehofft, das Polarlicht zu sehen. Die Luft ist so sauber und klar in Finnland, dass wir das Gefühl hatten, viel mehr Sterne als sonst zu sehen. Und wir konnten einige Sternschnuppen beobachten. Das Polarlicht war nur in der Ferne und recht schwach zu sehen. Aber es war einfach toll mit dem gut geheizten Womo in dieser Einsamkeit zu stehen und den Sternenhimmel zu beobachten.

Das Wetter änderte sich in der Nacht und im Laufe des folgenden Tages, es wurde wärmer und wärmer. Wir hatten doch tatsächlich zarte Plusgrade bekommen.

Das war für die Schlittenhunde nicht so angenehm, sie fühlen sich ab -15°C erst so richtig wohl. Nach einer Einweisung, wie man einen Hundeschlitten bedient und einige Zeichen, die man beachten muss, die der Musher (Hundeschlittenführer) beim Abbremsen oder langsamer Fahrt benutzt, ging es los. Meistens fährt man zu zweit auf einem Schlitten und zwischen vier und sechs Hunde ziehen den Schlitten, je nach Gewicht der Besatzung. Einer sitzt im Schlitten und der andere lenkt ihn. Nach der Hälfte der Strecke wechselt man die Position, damit jeder einmal Musher sein kann.

Wegen der für die Hunde zu warmen Temperaturen wurde die Ausfahrt zum Wohle der Tiere etwas verkürzt. Dafür konnten wir nach der Tour etwas länger mit den Hunden kuscheln. So wild sie sind, wenn sie vor die Schlitten angespannt werden, so gerne lassen sie sich nach dem Ausflug streicheln und verwöhnen. Die Straßen reagierten auf das „warme Wetter“ mit sofortigem gefrieren des auf der Oberfläche geschmolzenen Schnees, da der Untergrund halt sehr kalt war.

Von Levi sind wir weiter ins nächsten Fjellgebiet, nach Äkäslompolo, gefahren. Die Straße führt am südlichen Ende des Pallas-Yllästunturi-Nationalpark entlang. Da die Landschaft recht flach ist, sind die baumlosen, schneebedeckten Berge des Yllästunturi Fjells schon von weitem zu sehen, besonders abends, wenn die Skipisten beleuchtet sind. Die Straße führt hier fast auf halber Höhe um den 718m hohen Berg herum, knapp an der Baumgrenze entlang. An Skiliften vorbei passiert man auch das Kellokas Visitor Centre, das über den Nationalpark informiert.

Der Ort am gleichnamigen See hat einiges zu bieten: neben den Abfahrtspisten kann man hier auf einem 330 km langen Loipennetz dem Langlauf frönen. Skier können ausgeliehen werden. Sehr beliebt ist auch das Fat Bike Fahren. Der ganzjährig geöffnete Campingplatz liegt auch am See Äkäslompolo, auf dem jetzt Loipen gespurt wurden. Und er hat eine Sauna. Die Preise auf den Campingplätzen sind im Winter etwas höher als im Sommer, denn die Wohnmobilisten bringen gerne Heizlüfter zum wärmen ihrer Womos mit. Die ziehen bekanntlich recht viel Strom. Glücklicherweise brauchten wir keinen Heizlüfter, da das Fahrzeug mit einer wassergestützten Heizung von Alde ausgerüstet war.

Die Landschaft ist auch hier, oberhalb des Polarkreises stark bewaldet. Äkäslompolo ist umgeben von sieben Fjellen, die zwischen 446 und 718m hoch sind. Damit man in der Nacht das Polarlicht auch im Ort beobachten kann, werden vom 3. Oktober bis zum 19. Februar sogar die Straßenlaternen nachts ausgeschaltet.

Von Äkäslompolo aus ging es erst einmal wieder unterhalb des Polarkreises, da meine Frau von Luleå (Schweden) zurück nach Berlin fliegen musste. In Jouksenki passierten wir den Polarkreis. Natürlich haben wir hier einen Stopp eingelegt und im Café etwas getrunken.

Die Souvenirabteilung ist wirklich sehr schön bestückt. Die Straße verläuft parallel zum finnisch-schwedischen Grenzfluss bis in die Stadt Tornio am nördlichen Ende des Bottnischen Meerbusen. Wir sind aber nicht gleich hinüber nach Schweden, sondern erst noch ins nahegelegene Kemi gefahren. Dort gibt es das Lumi Linna Snowcastle, das größte seiner Art in der Welt. Es hat jedes Jahr von Mitte Januar bis Anfang April geöffnet und wird jedes Jahr anders gestaltet. Es beherbergt Übernachtungszimmer, eine Bar, eine Kirche und ein Restaurant mit 200 Sitzplätzen. Ein wirklich lohnender Abstecher.

Wir haben die Nacht allerdings nicht im Schneehotel verbracht, sondern sind nach der Besichtigung rüber nach Schweden gefahren. In Boden (bei Luleå) gibt es einen ganzjährig geöffneten Campingplatz. Den nächsten Tag sind wir ins nahegelegene Skigebiet Storklinten gefahren, um etwas in der winterlichen, hügeligen Landschaft Nordschwedens Langlauf zu machen. Das Wetter war optimal dafür: leichte Minusgrade und Sonnenschein. Und wir hatten Glück, und durften mit Ulov zusammen in seiner Pistenraupe einmal mit zum Gipfel hochfahren. Er war gerade dabei die Piste für ein Jugend-Skirennen zu präparieren, das am Wochenende stattfinden soll.

In Boden auf dem Campingplatz hatten wir nach dem Saunagang in der Nacht noch das Glück und konnten das Polarlicht sehen, trotz des vielen Streulichts der Stadt und doch knapp 200 km südlich des Polarkreises. Es war halt diesmal recht intensiv.

Nach dem Abflug meiner Frau am nächsten Morgen bin ich schnurstracks wieder Richtung Finnland gefahren und habe in der Grenzstadt Tornio getankt und Lebensmittel eingekauft. Finnland mit dem Euro ist doch etwas günstiger als Schweden. Die Wettervorhersage für die Region um Kolari und Muonio war gar nicht so schlecht, auch für die Nacht nicht. Also bin ich die Strecke am Grenzfluss Tornionjoki (Torne älv) wieder gen Norden Richtung Polarkreis gefahren. Vom Fluss her zogen immer wieder Nebelschwaden über die Straße und man konnte fast zusehen, wie er an den Bäumen und Büschen festfror. An einem schön gelegenen Parkplatz habe ich kurz vor Sonnenuntergang (gegen 16 Uhr) Rast gemacht, mein Stativ geschnappt und bin ans Flussufer gegangen, um etwas zu fotografieren. An dieser Stelle war der Fluss nicht zugefroren. Danach machte ich mich auf die Suche nach einem schönen Stellplatz für die Nacht. Dieser Platz eignete sich leider nicht dafür, da ich durch die Bäume ringsherum keine freie Sicht hatte. Am Polarkreis darf man zwar an einer Tankstelle mit dem Womo die Nacht über stehen, doch optimal für die Polarlicht-Beobachtung ist der Platz wegen des hellen Lichts der Tanke nicht. Also bin ich weiter gen Norden gefahren. Leider zog sich der Himmel zu. In Kolari, es war schon 21 Uhr, habe ich mir einen Stellplatz an einer Tankstelle ausgewählt, da ich nichts Besseres finden konnte und ich auch keine Hoffnung mehr auf das Nordlicht hatte. Da hat sich die gute norwegische Wettervorhersage ( www.yr.no) wohl leider geirrt. Die Temperaturen waren jetzt auch wieder so richtig winterlich: -18°C um 21 Uhr. Was dann in der Nacht noch so passierte und ich weiter im Norden Finnlands und Norwegen in den nächsten Wochen erlebe, möchte ich Ihnen gerne in meinem nächsten Bericht über die „Wohnmobilreise durch das winterliche Lappland“ schildern.

Info-Kasten:

Besuchte, ganzjährig geöffnete Campingplätze:

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