Die Seniorenmädels sind wieder auf Tour... - Part 2

geschrieben am 19.07.2016, von Bürstner Bürstner Destinationen Aktiv Entdecken Städte & Kultur Caravan & Reisemobil

Von der Dreisam bis zur Newa

Marianne und Inge, beide im besten Rentenalter, machen jedes Jahr interessante Fahrten mit ihrem Bürstner Nexxo.

Nachdem sie von Freiburg losgefahren sind, geht die Reise weiter nach Siaulia in Litauen  mit Besichtigung der Stadt Klaipėda...

Heute ist zuerst die Altstadt von Klaipėda unser Ziel. Wieder finden wir an allen Ecken Hinweise auf Supermärkte, und die gibt es in allen Größen. Der größte namens „Akropolis“ hat 250 Geschäfte, aber unser Ziel sieht anders aus. Auf diesem Campingplatz werden wir auch nicht nochmal übernachten. Offenbar haben die Reinigungskräfte noch Winterpause. Wir wollen noch etwas vom Naturschutzgebiet Kurische Nehrung sehen, und so machen wir uns auf den Weg zur Touristeninformation. Nach eingehender Information macht es zurzeit kaum Sinn, dort durch den immer wieder aufstäubenden Sand zu laufen. Die Schiffe fahren auch heute noch nicht, und wann das wieder möglich ist, das bestimmt der Wettergott. Ein sehnsuchtsvoller Blick auf die andere Seite der Memel. Es soll gerade nicht sein.

Dann schauen wir die Altstadt an, besuchen "Ännchen von Tharau", sehen die riesige Baustelle des alten Memelschlosses und beginnen zu verstehen, was hier deutsche Geschichte war. Wir kommen auf unserm Weg durch die Altstadt zum Bauernmarkt. Einer Bauersfrau, kaufen wir die ersten Veilchen ab. Die zieren ab jetzt unsern Esstisch. Wir treffen zwei Leute, die sich freuen, uns aus Deutschland hieranzutreffen, denn zu dieser Jahreszeit sind Touristen fast Exoten. Bis zur wirklichen Ferienzeit sollen viele Baustellen verschwunden sein, aber wer weiß, wie schnell das vorwärts geht. Das, was renoviert und repariert wird, ist alles auf aktuellem Stand. Fleißig sind die Litauer!

Wir fahren weiter nach Palanga, dem Edelbadeort Litauens. Die Gäste, die heute Baden-Baden bevölkern, waren hier stets zu Gast. Entsprechend finden wir neben alten - fast baufälligen Hotels der früheren Zeit - jetzt einige neuzeitliche Glasgebäude. Eine "Hallo Straße", wo Kitsch und Krempel angeboten wird, und wo viele Restaurants zu finden sind, führt direkt an die Ostsee. Parkplätze gibt es kaum. Wir beschließen, dass wir die Tourismusmeile nicht ablaufen müssen und fahren kurzer Hand weiter.

Mosedis, die Steine aus Island. Die letzte Eiszeit hat unglaublich viele riesige Steine nach Mosedis gebracht. Dazu war Island der erste Staat, der Litauen als Staat anerkannt hat. Etwa 150.000 Steine sind hier zu sehen. Der kleinste Stein wiegt weniger als ein Gramm, der größte soll fünfzig Tonnen wiegen. Die Steine sind um 1957 zusammengetragen worden, und sie sind heute über den ganzen Ort verteilt. Wir lassen uns von dieser, für uns fremden Welt beeindrucken. Steine mögen wir sowieso sehr gern, und diese Vielzahl, die Zeichnungen und Maserungen, die Gebilde, es ist fast wie in einer alten, verzauberten Welt.

Die riesigen Steine wurden von den Menschen als "Saat des Teufels" angesehen. Das kann man nur verstehen, wenn man über Land fährt, und die riesigen Steine auch immer wieder auf den Feldern sieht. Die Arbeit der Bauern ist dadurch sehr erschwert. Wir allerdings sind in den Bann der Zeichen der Vergangenheit gezogen. Wir werden darüber nachlesen, und genau hier ist dann auch der Segen der modernen Technik klar. Die helfen weiter. Wir fahren noch einige Kilometer, dann haben wir unser Nachtquartier gefunden. Der kleine Campingplatz in Siauliai. Wieder niemand zu sehen, weder Gäste noch Vermieter. Einfach niemand da! Auf der ganzen Fahrt ist uns kein ausländisches Auto begegnet, erst recht kein Reisemobil. Die Vermieter hier auf dem Campingplatz sollen auch eine kleine Pension haben. Endlich finden wir doch noch jemanden, der uns mit großer Gastfreundschaft öffnet. Wir dürfen vor dem Haus stehen. In einem der Gästezimmer bekommen wir eine eigene Dusche mit WC, auch die Küche dürfen wir benutzen, Strom kein Problem, und so sind wir erst einmal versorgt.

Es geht weiter mit einem Ausflug an einem regnerischen Tag...

(...) Um dennoch etwas von der Gegend kennen zu lernen, machen wir uns am Nachmittag auf den Weg zum "Berg der Kreuze". Diese Anhöhe ist einer der wichtigsten Wallfahrtsorte Litauens. Die Sowjets hatten christliche Symbolik verboten, so auch Kreuze auf den Friedhöfen. Immer wieder zerstörten sie diese Kreuze, und immer wieder stellte die Bevölkerung Kreuze auf, dann immer auf dieser Anhöhe. Inzwischen sind es mehrere zigtausend Kreuze, und jeden Tag kommen neue dazu. Trauer, aber auch Dank und Bitten finden hier symbolischen Ausdruck. Hier zeigt sich nicht nur die Bedeutung des tiefen Glaubens, sondern auch der politischen Veränderung. Johannes Paul II. besuchte 1993 diese Stätte. Das hatte sehr große Bedeutung für die Bevölkerung.

Auch wir sind tief beeindruckt und emotional sehr bewegt. Ein Brautpaar mit der Hochzeitsgesellschaft kommt, um hier ein Kreuz aufzustellen, ein Pilger rutscht auf Knien die steile Treppe hinauf, jeder lebt seine eigenen Gedanken und seine eigenen Gefühle. Für uns ist es weit mehr als ein touristischer Besuch. Wir dürfen die Menschen hier erleben. Der Himmel teilt mit uns die Stimmung. Er ist grau, Wolken ziehen, es tröpfelt mal, dann kommen auch ein paar weiße Wolken. Aus Respekt vor diesen Menschen, halte ich den Fotoapparat ziemlich geschlossen. Diese Situation hier kann ich niemals so beschreiben, wie wir sie empfunden haben, aber ich weiß auch, dass sehr viel von der eigenen Stimmung abhängigist. Nein, wir sind nicht traurig, wir sind in den Bann der Ereignisse und Erlebnisse gezogen.

Wer jetzt schon wissen will, wie die Reise im Nexxo weitergeht, der kann das Buch "Träume werden wahr" von Marianne Müller auch im Tredition Buchshop erwerben.

ISBN

PaperbackISBN 978-3-7323-2819-2

HardcoverISBN 978-3-7323-2820-8

E-BookISBN 978-3-7323-2851-5

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