Der Morgestraich

geschrieben am 28.01.2016, von Basel Tourismus und FREEONTOUR; Copyright Text und Bildrechte unterliegen Basel Tourismus Veranstaltungen

FREEONTOUR heißt Sie willkommen an der Basler Fasnacht, vom 15. bis 17. Februar 2016 in der Basler Innenstadt.

Die berühmte Basler Fasnacht dauert zwar nur drei Tage, aber während der übrigen 362 Tage im Jahr bereitet sich die Stadt mit viel Herzblut und grenzenloser Kreativität darauf vor. Am Montag nach Aschermittwoch erwacht die Stadt am Rhein mit dem «Morgestraich». Wenn von St. Martin, der ältesten Kirche Basels, der Vieruhrschlag ertönt, beginnen die «drey scheenschte Dääg». Dann werden alle Lichter der Innenstadt gelöscht und die einfache, traditionelle und archaisch anmutende Melodie des «Morgestraichs» erfüllt die Gassen und Strassen.

 
Grossbasler Rheinufer © Basel Tourismus

Einzige Lichtquellen sind die mächtigen Zuglaternen, die Steckenlaternen der Vorträbler und die Kopflaternen auf den Larven eines jeden einzelnen. Zwischendurch stärken sich Cliquen und Zuschauer bei einer kräftigen «Basler Mählsuppe», mit einer «Zibelewaije» oder einer «Käswaije», eine Art Quiche mit Zwiebeln oder Käse belegt.

Die drei Fasnachtstage

Am Montag- und Mittwochnachmittag präsentieren ab 13.30 Uhr weit über 10 000 maskierte Fasnächtlerinnen und Fasnächtler auf einer vorgegebenen Umzugsroute ihre «Sujets», also ihr Motto für dieses Jahr, das sich meist an einem aktuellen Thema orientiert – mit Trommeln, Piccolos, schräger Gugge-Musik, zu Fuss, auf Wagen und Kutschen, mit den Laternen und unzähligen skurrilen Accessoires. Es werden «Zeedel» verteilt, auf denen in witziger Versform und Basler Mundart die «Sujets» abgehandelt werden. Von den Wagen werden Konfettis geworfen, es werden aber auch Orangen, Mimosen und manch anderes abgegeben. An den Abenden dieser beiden Tage singen gegen 100 Schnitzelbank-Gruppen in den Lokalen der Innenstadt. Auch sie behandeln die Themen des vergangenen Jahres – in verschiedenen Melodien, in Baseldeutsch gedrechselten Versen, die sich jeweils mit den letzten Worten zur witzigen Überraschungspointe wenden.


Basler Fasnacht © Friedrich Reinhardt Verlag

Aber auch am Dienstag herrscht in der ganzen Innenstadt ein buntes Fasnachtstreiben. In unzähligen Grüppchen üben sich vor allem die Kinder in der Pflege der Traditionen. Der Dienstagabend gehört dann den Guggenmusiken, welche während dieser Stunden von der Innenstadt Besitz ergreifen. Von ihren ohrenbetäubenden, schrägen, aber auch rassigen Platzkonzerten auf dem Marktplatz, Barfüsserplatz und Claraplatz lassen sich ab 20.00 Uhr Tausende von Fans in ihren Bann ziehen.


Basler Fasnacht © Friedrich Reinhardt Verlag, Basler Fasnacht

Die letzten Fasnachtsstunden am Donnerstagmorgen sind dann noch einmal ein echter Härtetest, denn natürlich sind die Fasnächtler nicht gewillt, auch nur eine Stunde länger zu schlafen als unbedingt nötig! Der letzte Trommelschlag und der letzte Piccolo-Ton verhallen schliesslich wiederum um vier Uhr morgens, dem Zeitpunkt des «Ändsträichs».

Die Ausstellungen

Auf dem Münsterplatz findet vom Dienstagabend bis zum Mittwochmorgen die Laternenausstellung statt. Dabei haben Interessierte die Gelegenheit, die mehr als 200 kunstvollen Zugslaternen zu bestaunen. An der Wagen- und Requisitenausstellung auf dem Kasernenareal im Kleinbasel können vom Abend des Fasnachtsmontags bis zum Mittwochmorgen jeweils zahlreiche Wagen und Requisiten in aller Ruhe bewundert und im Detail studiert werden.


Morgenstraich © Blaine Harrington II

Das «Gässle»

Etwas vom Schönsten für jede Baslerin und jeden Basler ist das «Gässle». Dies bedeutet ganz einfach, in den Gassen und Gässlein der Altstadt im langsamen Gleichschritt die grossen und kleinsten Piccolo- und Trommlerformationen zu begleiten, den vertrauten, aber auch immer wieder neuen Marschkompositionen zu lauschen und so für ein paar Stunden in eine eigentliche Fasnachtsseligkeit zu entrücken.

  
   Altstadtgasse am Spalenberg © Basel Tourismus Foto Daniel Petkovic

«Me het e Blaggedde»

Es ist Ehrensache, eine Fasnachtsplakette zu tragen. Es gibt sie in vier Varianten: Kupfer, Silber, Gold und als Bijou. Die Plaketten werden von fliegenden Händlern und Aktiven, an verschiedenen Kiosken und an speziellen Verkaufsständen auf dem Marktplatz, an der Laternen- und auch an der Wagen- und Requisitenausstellung angeboten. Der ganze Reinerlös wird an die teilnehmenden Gruppierungen weitergegeben.

 
Basler Fasnacht © Friedrich Reinhardt Verlag

Der Morgestraich

Die Baslerinnen und Basler sind ein überaus lebenslustiges und begeisterungsfähiges Volk. Sie feiern die Feste, wie sie fallen. Wenn sich eine Gelegenheit bietet, wird sie ergriffen. Dann können sogar die Vorbereitungen zu einem Fest werden. Wie bei der berühmten Basler Fasnacht, die zwar nur drei Tage dauert, auf die sich die Stadt aber während 362 Tagen mit viel Herzblut und grenzenloser Kreativität vorbereitet.

Die Basler Fasnacht ist etwas Besonderes im Vergleich zu allen anderen Fasnachten, Fastnachten, Faschings oder Karnevals. Die Basler Fasnacht ist einfach anders.

 
Morgenstraich, Basler Fasnacht © Fiedrich Reinhardt Verlag

Die Fasnacht in Basel dauert 72 Stunden, mit einem markanten Anfang und einem nicht viel weniger beeindruckenden Abschluss. Am Montag nach Aschermittwoch erwacht die Stadt mit dem «Morgenstraich». Wenn von St. Martin, der ältesten Kirche Basels, der Vieruhrschlag ertönt, werden alle Lichter der Innenstadt gelöscht. Auf das Kommando der Tambourmajore ertönt in allen Gassen und Strassen aus Abertausenden von Piccolos die einfache, traditionelle und archaisch anmutende Melodie des «Morgenstraichs».

Im gewohnten langsamen Gleichschritt setzen sich die Züge in Bewegung. Einzige Lichtquelle sind die Laternen: die mächtigen Zugslaternen, auf welchen kunstvoll die aktuellen Themen dargestellt und persifliert werden, die Steckenlaternen der Vorträbler und die Kopflaternen auf den Masken eines jeden einzelnen, die oft erkennen lassen, um welche Clique es sich bei dem gespenstischen Zug handelt. Hinter den dunklen Fassaden der Altstadthäuser verpflegt man sich in den Wirtschaften mit der traditionellen Mehlsuppe und mit Zwiebel- und Käsewähe. Bis im Morgengrauen wird getrommelt und gepfiffen, bevor man sich wieder für ein paar Stunden bis zum grossen Cortège (Umzug) am Nachmittag erholt.

  
  Morgenstraich © Friedrich Reinhardt Verlag

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