Consuegra - Reise zum Fest der Safranblüten

geschrieben am 26.08.2015, von Hymer Hymer Destinationen Entdecken Veranstaltungen Caravan & Reisemobil Städte & Kultur

Consuegra? Wo liegt das, werden viele fragen. Es ist eine kleine dörfliche Gemeinde, 60 km von Toledo entfernt und gehört zu Castilla-La Mancha; dort wo Don Quijote und Sancho Panza gegen die Windmühlen kämpften.

Ein Geheimtipp von Gudrun und Miguel Terenzio

Der Grund warum wir am letzten Wochenende im Oktober hier waren, war die Fiesta de la Rosa del Azafran
- das Fest der Safranblüten.
Wir kamen am frühen Nachmittag in Consuegra an, nachdem wir gut 300 km von unserem Wohnort  in der Nähe
von Alicante gefahren waren.
An diesem Wochenende (das immer zu diesem Zeitpunkt statt findet), gab es ein volles Programm:
Ein großes Festzelt wurde aufgebaut, in dem man alles was mit dem Safran in Verbindung gebracht werden
kann, essen, sehen und kaufen kann.

Es wurden Safranzwiebeln angeboten (nur empfehlenswert, wenn man in einer Gegend mit heißen Sommern
und kalten Wintern lebt, denn das braucht der Safran um zu blühen und die Safranfäden zu entwickeln), 
Weichkäse mit Safran, Safranwein, Brot mit Safran (wer kennt noch den alten Kinderreim: "Safran macht den 
Kuchen gehl" (gelb). Und natürlich konnte man Safran in Döschen, Gläsern oder gleich zusammen mit einer 
(mini) Windmühle kaufen. Es gab Manchego Käse von den berühmten Schafen der La Mancha, handgearbeitete,
wunderschön duftende Lavelseifen und, und, und.

Für Leib und Seele wird mit Churros (eine Art Spritzgebäck, das im siedenden Fett ausgebacken wird), Weinen,
Würsten, Oliven etc. gesorgt.
Wer genug gesehen, gegessen und gekauft hatte, ging zum Rathaus, wo Don Quichotes "Dulcinea und ihre
Damen" proklamiert wurden.

Da wir in unserem Reisemobil ganz in der Nähe des Festzeltes übernachten konnten, waren wir recht überrascht,
am Samstag Morgen Holzfeuer zu riechen. Und wer beschreibt unsere Überraschung über 50 offene Feuer und
unzählige Einwohner von Consuegra in ihrer typischen Tracht zu sehen.

Ein Ofen und ein wunderschön bemalter Behälter für Schafsmilch

Es gab kleine und große Gruppen, die alle typische Spezialitäten kochten: Migas de Pan (kleine Brotstücke
werden mit "Chorizo" Wurst oder Schinken gebraten) und "Gacha Manchegas" aus Mehl, Wurst und anderen
Zutaten.
Ein Komitee ging herum und verteilte Punkte für Originalität (singen und Instrumente spielen), Präsentation
und natürlich für die Speisen.
Es war ein tolles Schauspiel und mit "Schauspielen" ging es am Nachmittg weiter.

Consuegra liegt in einem Tal und auf den umliegenden Hügeln stehen 12 (früher 13) wunderschöne Windmühlen,
die bis 1980 noch Getreide gemahlen haben

Sancho`s Mühle ist der Schauplatz eines kurzen, lustigen Theaterstücks und das Puplikum sitzt auf den Hängen
im Gras

Der Weg zu den Mühlen ist ein beschwerlicher - über viele, viele Stufen geht es nach oben

Während der Fiesta kann man mit einem mini Zug herauf fahren

Aber wie beschwerlich der Weg auch ist, es lohnt sich allemal die Mühlen und das alte "Fort" zu besuchen.
Während dieses Wochenendes wird auch die "Sancho" Mühle in Betrieb genommen, das heißt die Segel werden
auf die Flügel aufgezogen  und der obere teil der Mühle wird mit dem langen Stab, der an der Kuppel befestigt ist,
in die richtige Stellung gebracht. So wurden die Mühlenflügel früher nach dem Wind ausgerichtet.
Folklore und Safran ist überall zu finden, auch in den Mühlen und ich kaufte kleine Seifenblumen mit Safran
von einer jungen Frau, die im traditionalen Kostüm Safranfäden aus den Krokussen entfernte.

Seife mit Safran und einer Safranblüte

Natürlich ist tanzen, singen und Musik auch hier wieder ein farbenfroher Teil des Wochenendes.
Am Abend findet ein Konzert im "Teatro Don Qujote" statt.
Am Sonntag morgen sahen wir eine Schlange Menschen ganz in unserer Nähe. Worauf warten die?
Auf ihre Churros! Da wir auch gerne Churros essen, stellten wir uns ebenfalls an und liefen wie die Einwohner
von Consuegra schnell zu unserem "Haus", legten die Churros auf einen Teller, ein bisschen Zucker darüber
und dann wurde genossen.
Am Sonntag morgen trafen sich alle Teilnehmer zu einer letzten, turbulenten, bunten Show auf dem Rathaus-
platz. Es schien alles etwas spät zu starten und wir warteten (un)geduldig, dass der Bürgermeister, Dolcinea
und andere ihre Plätze in der ersten Reihe einnehmen und die letzte große Folklore Show starten würde.
Ich sagte, dass wir ungeduldig gewartet haben, bis wir hörten, dass an diesem Sonntag die Sommerzeit 
endete und damit die Uhren um 1 Stunde zurückgestellt wurden.....

Mit nur 15 Minuten Verspätung begann der Wettbewerb des Safranpflückens. Jeweils 3 Mädchen/Frauen
in verschiedenen Kategorien traten gegeneinander an. Punkte wurden für die Zeit, die Genauigkeit (keine
gelben Stiele) und anderes vergeben. Die jüngsten Teilnehmerinnen waren 8 bis 10 Jahre alt und bei den 
Erwachsenen gab es eine Mutter/Tochter Gruppe, in der die Mutter mit 72 Jahren wohl die Älteste war.

Links ist die Gewinnerin des Wettbewerbs und rechts die älteste Teilnehmerin

Die farbenfrohen Tänze, tolle Folklore Songs und schöne Stimmen unterhielten uns für Stunden - und
es gab keinen langweiligen Moment.
Für alle die viel Freude an den Tänzen, Kostümen und den fantastischen Stimmen haben einige kurze
Viodeos:
https://youtu.be/QyPlauEwSkA
https://youtu.be/Et_vVPQSgXM
https://youtu.be/ejALV-9FXvc
https://youtu.be/-lYYDMMl1L4
https://youtu.be/s7DUBb45uKA
https://youtu.be/fW6Bbv-a3MA
https://youtu.be/uQut_30fcPA
https://youtu.be/fT8HSzKJ7B4

Wir machten am späten Nachmittag nochmals den beschwerlichen Weg zu den Mühlen un obwohl das
"Castillo de la Muela" (ein Fort aus der Zeit der Römer) renoviert wird, war es wert nochmals Consuegra 
und die Safranfelder  zu unseren Füßen zu sehen.

Hier sieht man gut, wie der obere Teil der Mühle mit dem "Stock" gedreht werden kann

Consuegra zu unseren Füßen

In einem Gespräch erfuhren wir, dass es ein Safranfeld am Eingang/Ausgang von Consuegra gibt.
Da wir nicht rechtzeitig eine Tour zu den Safranfeldern und dem damit verbundenen sammeln von
Safranknollen gebucht hatten, war es unsere letzte Chance die wunderschönen Krokusse auf dem
Feld zu sehen.
Und so blieben wir am Montag morgen noch etwas länger und genossen die letzten Blicke auf die 
Mühlen und sammelten einige Safranknollen, die jetzt in unserem Garten wohnen und hoffentlich im
Oktober ihre schönen Blüten und Safranfäden entfalten werden.

Hier sieht man wie praktisch es ist, eine Dusche im Wohnmobil zu haben

Nun sind wir am Ende einer wunderschönen Reise, die wir hoffentlich noch oft wiederholen werden.

FREEONTOUR empfiehlt diese Campingplätze:


Camping el Greco

C.Cm-4000 Km 0,7 , 45004, Toledo, Spanien Webseite

El camping se encuentra en un entorno muy tranquilo cerca al centro de Toledo con muy buenas comunicaciones de autobuses.

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