Alpenpark Karwendel

geschrieben am 31.03.2015, von Achensee.com © 2015 und FREEONTOUR Aktiv

Am Westufer des Achensees beginnt der Alpenpark Karwendel, das größte zusammenhängende Schutzgebiet der Nördlichen Kalkalpen, das sich mit über insgesamt 920 Quadratkilometern bis hinein nach Bayern ausdehnt.

Das Gebiet erstreckt sich von 591 bis 2.749 Meter Seehöhe. Seine Fläche setzt sich aus Schutzgebieten, Landschaftsschutzgebieten und Ruhegebieten nach dem Tiroler Naturschutzgesetz zusammen. Die ersten Bestimmungen zum Schutz dieser in Europa einzigartigen alpinen Urlandschaft wurden bereits 1928 erlassen. 1995 wurde der Alpenpark Karwendel als Natura 2000 Gebiet der Europäischen Kommission gemeldet. Das Ziel dieses Schutzgebietssystems ist die Sicherung der Artenvielfalt durch Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wild lebenden Tiere und Pflanzen, wobei gleichzeitig die wirtschaftlichen, kulturellen und regionalen Anforderungen berücksichtigt werden.

Wanderer können hier stundenlang mit Gams und Steinbock durch unberührte Täler streifen, Murmeltiere, Hirsche und Hasen beobachten, während Greifvögel wie Bussarde durch die Lüfte segeln. Im Alpenpark Karwendel haben Urlauber Gelegenheit, jenseits ausgetretener Pfade die Einsamkeit der Bergwelt auf sich wirken zu lassen – und dennoch die angenehme Infrastruktur zu genießen, die bewirtschaftete Almen und Hütten zu bieten haben.

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Der Alpenpark Karwendel im Detail:

  • 350 Quellen
  • 1.305 Pflanzenarten
  • 3.035 bekannte Tierarten
  • die größte Steinadlerdichte der Alpen
  • Fläche: 920km² (davon 727km² in Österreich, der Rest in Bayern)
  • Bewirtschaftung: 101 Almen mit ca. 10.000 Hektar Futterfläche
  • Höhenlage: 600 bis 2.749 Meter (Birkkarspitze)

Der Goldene Nagel im Alpenpark Karwendel

Vor etwa 200 Millionen Jahren fand eine massive Veränderung in der Natur statt, die Tier- und Pflanzenwelt durchlebte starke Veränderungen und es kam zu einem weltweiten Massenaussterben. Dies bedeutete das Ende des Erdzeitalters Trias und den Beginn des Jura. Noch heute ist dieser Übergang an manchen Stellen des Gesteins sichtbar. Ganz besonders gut sieht man dies am Kuhjoch im Alpenpark Karwendel. An dieser Stelle wurde im Sommer 2011 ein überdimensionaler goldener Nagel eingeschlagen. Im Geologen Fachjargon wird dieser Goldene Nagel als „Golden Spike“ bezeichnet. Diese „Golden Spikes“ gibt es bereits an über 60 Orten auf der ganzen Welt, er ist jedoch der Erste in Österreich.

Nach über 20 Jahren intensiver Forschung hat die internationale Kommission der UNESCO den “Golden Spike” für die Grenze der zwei Erdzeitalter am Kuhjoch, in 1.760 Meter Seehöhe (Koordinaten: N 47°29’01,82” / E11°31’47,44”) ausgewählt. Die Grenze zwischen Trias und Jura wird mit dem Erstauftreten des Ammoniten Psiloceras spelae tirolicum zentimetergenau markiert. Das Kuhjoch wurde durch Auftreten des obigen Ammoniten und anderer Vorteile den Konkurrenten in Nevada, Peru und England vorgezogen. Eine Ehrung ganz besonderer Art erhielten somit auch die österreichischen Geologen. Denn dieser Ort gilt von nun an als globaler Referenzpunkt für alle geologischen Forschungen, die auf den Übergang zwischen dem Erdzeitalter Trias und Jura Bezug nehmen.

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Dieses besondere Naturereignis ist für die Besucher des Alpenparks Karwendel allerdings nur sehr schwer zugänglich. Deshalb informiert der neu errichtete Themenweg “Goldener Nagel” beim Naturparkhaus in Hinterriß über die weltweite geologische Bedeutung des Karwendels.

Kontakt
Verein Alpenpark Karwendel
Lendgasse 10a
6060 Hall in Tirol
Österreich
Tel.: +43(5245)28914

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